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Heimat und Sachkunde ... oder: "was hilfd mi di scheenschd Laich, wenn i de Doade machê muass?

Erstaunlich, wenn man ein Buch hat, in dem die Sprache der eigenen Heimat erklärt wird. Noch erstaunlicher, wenn Verständnisfragen drin sind "Was bedeutet "Deppich"? - und am allererstaunlichsten, wenn man die nicht beantworten kann (Klar, das heisst Teppich!) - und dann drinsteht, dass es falsch ist ("Decke - Teppich wäre falsch") - nach einigem nachdenken kommt man aber drauf.. Wieso?! sag ich doch ständig.. Teppich heisst das.. (Anm. der Autorin: "zuhause" ist ein Teppich das, was im allgemeinsprachlichen als (Kuschel)decke bezeichnet wird)
Sprachbarrieren. Selbst, wenn man versucht, die eigene "Schbrooch" besser zu verstehen *g*

Heimat ist etwas Verlorenes, eine Sehnsucht, die sich nie erfüllen läßt.
(Edgar Reitz)


Brauchtumspflege ist altmodisch, Dialekte sterben, alte Häuser verfallen... Alles, was das Land ausmacht, vergeht und wird zu "Einheitsbrei"
Was sind wir wert, wenn wir nicht die Eigenheiten unsere Heimat aufnehmen wie ein Schwamm? Wo bleibt das, was Persönlichkeit ausmacht? Geben wir das so einfach auf wie unsere Sprache, die wir als Kinder gesprochen haben?
Warum muss jede/r der sich für was bessres hält unbedingt gestochnes Hochdeutsch reden? Gerade der dialekt ist es doch, der Menschen zu Typen und somit unverwechselbar macht. Was wäre ein Hochdeutsch sprechender Heuss, Troll oder von mir aus auch Ulbricht gewesen?

Wenn wir unsere Wurzeln vergessen, vergessen wir uns selbst. Und das hat weder was mit altmodisch noch mit völkisch zu tun.. eine europäische Gemeinschaft kann nur dann erfüllen und Sicherheit geben, wenn man einen Ort hat, an dem man sich festhalten kann, damit man nicht bunt durch die Welt gewirbelt wird.
Ein Sommer ohne "Breschdling" - ein Winter ohne "Wiwwelich" .. unvorstellbar ;-)
Zu Weihnachten werden "siwwenerlei Brödlich bacha" .. und "na wird der Chrischtkindlesbââm voll mit Koralle un Zuggerdoggeli ghengd" Und die eigene Sprache wird erst im "deutschen Ausland" zur Geheimsprache.. und mit der Zeit auch im eigenen Land. Vergessen und mit Efeu überwuchert, wie die alten Scheunen in den Dörfern. Der Bulldogg verrostet, Die Kuhställe werden zu Doppelgaragen.. Und plötzlich zieht die Zukunft auch am Lande ein. Und im Kochertal entsteht doch die Millionenmetropole, wie von Annaweech "beschrieen" ;-)
Aber eigentlich.. schläft Hohenlohe-Franken noch.. und dieser Dornröschenschlaf kann nur durch den richtigen Prinzen - oder ein paar mehr Schrauben gebrochen werden

Und bisch du môl traurich, mach bei uns an B`suâch,
Trink unsern Wei`, wenn`s sei muâß an Kruâch.
Dêi Sorchâ vorgehn` dor am Kocherstrand,



1.2.07 17:14
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Hans I. (28.10.14 06:07)
Wie wahr! und in so wunderschöne Worte gefasst!

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